Waldbaden

Erholung und Heilung in der Natur

Was ist Waldbaden eigentlich ?

Schon im alten Griechenland gab es spezielle Kliniken mit Gärten für die Patienten. Dort gehörte der Aufenthalt in der Natur zur medizinischen Behandlung dazu. Hildegard von Bingen, eine Gelehrte und Pflanzenheilkundige, empfahl bereits vor 900 Jahren den Aufenthalt im Wald zur Stärkung der Gesundheit und des Wohlbefindens. Auch der Psychiater Carl Gustav Jung integrierte in seinen therapeutischen Ansatz bereits Naturerfahrungen als festen Bestandteil.

Was wir als Waldbaden übersetzen heißt in Japan " Shinrin Yoku " und gilt bereits seit den 80er Jahren als offiziell anerkannte Methode zur Vorbeugung und Behandlung von Krankheiten und wird dort sogar vom staatl. Gesundheitswesen gefördert und auch medizinisch verschrieben. Aber auch in Nord- und Südkorea , sowie in der Traditionellen Chinesischen Medizin wird das Waldbaden als Heilmethode angewandt. In Deutschland sind wir leider noch weit davon entfernt. Ein Grund mehr, die Sache selbst in die Hand zu nehmen und möglichst vielen Menschen diese wunderbar einfache und effektive Methode zur Steigerung des Wohlbefindens und Gesundheitszustandes näher zu bringen.

Doch was genau ist eigentlich mit dem Begriff „Waldbaden“ gemeint? Muss man dafür bestimmte Übungen machen oder benötigt man besondere Hilfsmittel? Die klare Antwort darauf lautet: Nein, Waldbaden sollte so einfach wie möglich gehalten werden und ist von jedem zu jeder Zeit umsetzbar. Allein der Aufenthalt in einem Wald wirkt heilsam auf unseren gesamten Körper – egal ob du dabei in Bewegung bist oder es dir an einem schönen Platz gemütlich machst und entspannst. „Shinrin Yoku“ lässt sich wortwörtlich übersetzen als „ein Bad in der Atmosphäre des Waldes nehmen“. Es sind also keine speziellen Voraussetzungen oder Hilfsmittel nötig – auch ohne Übungen kann jeder in den Genuss der Heilwirkungen des Waldes kommen.

Leichte Bewegung und Spaziergänge im Wald fördern die Bildung körpereigener Herzschutzsubstanzen. Dabei steigt im Blut die Konzentration des Hormons DHEA an, welches eine positive Wirkung auf Blutgefäße und Herz hat. Dies führt zu Verbesserungen der Durchlässigkeit der Blutgefäße und reduziert so die Gefahr der Entstehung von Blutgerinnseln (Thrombosen). Ebenso senken Waldspaziergänge signifikant den Blutdruck und Blutzuckerspiegel und sind auch für den sanf ten Muskelaufbau geeignet. Die Bewegung auf dem leicht federnden Waldboden tut den Gelenken gut. Die frische Luf t ist zudem sehr gesund für die Lunge. Und es geht noch weiter: In der Natur zu sein fördert unsere Kreativität. Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass wir in der Natur schöpferischer sind, schneller auf neue Ideen kommen und Zusammenhänge freier kombinieren können als in geschlossenen Räumen.

In Waldgebieten und Stadtgebieten mit sehr großen Grünflächen erkranken signifikant weniger Menschen an Krebs. Auch zur Krebsvorsorge sind Waldspaziergänge ein echtes Wundermittel. In unserem Körper gibt es so genannte Killerzellen, die Viren unschädlich machen und entartete Zellen abtöten. Je mehr Killerzellen wir im Körper haben, desto besser sind wir vor Krebs geschützt bzw. desto besser können sie gegen bereits bestehende Tumore wirken. Nur ein Tag im Wald lässt die natürlichen Killerzellen im Blut um 40%
ansteigen und aktiver werden. Um sich also wirkungsvoll vor Krebs zu schützen oder im Falle einer bestehenden Erkrankung die Abwehrkräfte des Körpers zu unterstützen, eignen sich regelmäßige Waldspaziergange hervorragend. Pro Monat reichen zwei Tage in einem Waldgebiet – mit etwa vier Stunden Aufenthalt im Freien – aus, um die Anzahl der Anti-Krebs-Zellen (Killerzellen) im Körper beinahe zu verdoppeln. Der Effekt hält anschließend etwa einen Monat an, worauf die Empfehlung zur monatlichen „Waldtherapie“ beruht. Wer direkt an einem Waldgebiet wohnt hat es da noch einfacher: alle 2-3 Tage ein Waldspaziergang ist völlig ausreichend und wirkt sich positiv und heilsam auf den gesamten Organismus aus. Natürlich kann eine bestehende Krebserkrankung nicht ausschließlich durch Waldtherapie behandelt werden. Dennoch ist ein Aufenthalt im Wald komplementär zur schulmedizinischen Behandlung unbedingt zu empfehlen. Denn nicht nur körperlich wirken die Heilstoffe des Waldes auf uns, auch unser Geist, unsere Psyche profitiert davon. Bei psychischen Störungen, Depressionen, sowie Angst und Panikerkrankungen unterstützen Waldspaziergänge die Heilung und das Wohlbefinden. Bei starken Angsterkrankungen kann vor allem das „Erden“ helfen, in dem der betroffene Mensch barfuß über den Waldboden läuft und so neuen Kontakt zur Welt um ihn herum aufbauen kann.


EIN AUFENTHALT IN DER NATUR HILFT BEI:

• Angst- und Panikstörungen
• psychischen Erkrankungen (wie z.B. Schizophrenie) und Zuständen der Verwirrtheit
• Depression und Perspektivlosigkeit
• Alzheimer
• koronare Herzkrankheit
• Krebs
• Burnout und chronischer Stressbelastung
• Fatigue (starke Erschöpfungszustände, auch im Rahmen körperlicher Krankheiten wie z.B. Multiple Sklerose) • Krisen (Beziehungen, Sinnkrisen, beruflich, …)
• inneren Blockaden, Verlust der Kreativität / Schöpferkraft
• Kurzsichtigkeit
• Anpassungsstörungen, d.h. wenn jemand sich an eine veränderte Situation nicht anpassen kann oder nach einem einschneidenden Erlebnis / Schicksalsschlag nicht mehr so gut zurechtkommt
• Kniebeschwerden, Meniskusprobleme
• Störungen der Körperwahrnehmung wie z.B. bei Magersucht (Körperwahrnehmung und -Bild verbessern sich bei längeren Naturaufenthalten)


 SO WIRKT DER WALD AUF UNSEREN KÖRPER:


- baut Stress ab 
- lindert Kopfschmerzen 
- stärkt das Immunsystem 
- unterstützt Heilung und Regeneration 
- mindert Schlafstörungen 
- verbessert die Konzentration 
- lindert Atemprobleme und Lungenkrankheiten 
- senkt Blutdruck und Blutzuckerspiegel 
- vermehrt die körpereigenen Killerzellen 
- dämmt Entzündungsprozesse im Körper ein 
- unterstützt die Bildung der Herzschutzsubstanz DHEA 
- steigert das Wohlbefinden 





"Geh einfach ins Grün des Waldes und du wirst Heilung erfahren, allein indem du dort bist und atmest. "

Hildegard von Bingen